Titelaufnahme

Titel
Ethos und Wissensproduktion bei Sicherheitsbürokratien / by Werner Schiffauer, European University Vadrina, Frankfurt (Oder)
VerfasserSchiffauer, Werner
ErschienenHalle (Saale) : Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2018
Umfang1 Online-Ressource (62 Seiten, 0,5 MB)
Anmerkung
Text in deutscher, Zusammenfassung in englischer Sprache
SpracheDeutsch ; Englisch
SerieAnton Wilhelm Amo lectures ; Volume 5
URNurn:nbn:de:gbv:3:2-96867 
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Ethos und Wissensproduktion bei Sicherheitsbürokratien [0.5 mb]
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Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung

Die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden, insbesondere des Verfassungsschutzes, sind grundlegend für die Ausrichtung der Islampolitik des Bundes und der Länder. Der Text untersucht den Zusammenhang von Wissensproduktion, Amtsverständnis und behördlichen Strategien beim Bundesamt für Verfassungsschutz. Im Zentrum der Analyse steht die Entwicklung einer Klassifikation islamistischer Gemeinden, mit der das Phänomen lesbar – und damit kontrollierbar und beherrschbar – gemacht werden soll. Das Augenmerk gilt den Annahmen, die in die Erarbeitung eines derartigen Klassifikationssystems einfließen. Sie zeigen sich vor allem dann, wenn der Versuch gemacht wird, über die Bildung von Indizes die Zuordnungen von Gruppen und Personen in die Kategorien zu vollziehen. Diese Wissengenerierung stößt an Grenzen, wenn es darum geht, die Komplexität und Dynamik des Phänomens "Islamismus" zu erfassen. Anhand des Beispiels der Deradikalisierungspolitik wird dargestellt, wie biopolitische Versuche einer Steuerung in Spannung zu dem Sicherheitswissen stehen und wie sich in diesem Feld die unterschiedlichen Strategien gegenseitig aushebeln.

Zusammenfassung ([])

The text discusses the production of security knowledge relating to Islamism in the German internal secret service, the Verfassungsschutz, (literally: office for the protection of the constitution). This knowledge is constitutive for the design of the German "Islampolitik". The text discusses the interrelation of the particular ethos of the office with knowledge production and policy development. The focus is on the construction of a classificatory system with which Islamism is made legible and thus presumably controllable and governable. The text discusses the epistemic assumptions underlying the construction of such a classificatory system. What happens in particular when the classificatory system is applied, i.e. when communities and groups are fitted into to classifications by means of indicators? My hypothesis is that the classificatory system systematically neglects the complexity and dynamism of the field and leads to non-intended consequences when it is translated into governmental strategies. This happens regularly when biopolitical governance is demanded which requires a different type of knowledge. Taking the example of de-radicalization politics I show how governmental strategies become self-contradictory.